Planet Cruiser.

Visum oder doch nicht? Auf nach Äthiopien.

28.02.15 – 07.03.15 (Tag 167 – Tag 174)

Heute (Samstag, 28.02.2015) fahren wir nach über zwei Wochen am Tiwi Beach wieder zurück Richtung Nairobi. Nach einer Zwischenübernachtung in Voi (wie schon auf dem Hinweg zur Küste) erreichen wir am Sonntagnachmittag wieder die Campsite der Jungle Junction. Hier treffen wir wieder unsere Freunde Turi und Stina aus der Schweiz, mit denen wir zwei wunderschöne Wochen am Tiwi Beach verbracht haben. Aber auch Thomas und Sabine, die wir schon mal in Uganda kennengelernt haben, sind inzwischen auch hier in Nairobi. So ist das Wiedersehen groß und wir beenden den Tag mit einem gemütlichen Trinkgelage.

Kenia_ÄthiopienFebruar (43) Kenia_ÄthiopienFebruar (22) Kenia_ÄthiopienFebruar (20) Kenia_ÄthiopienFebruar (47)Kenia_ÄthiopienIMG_0401 Kenia_ÄthiopienIMG_0398Die Campsite ist gut geeignet, um einige Dinge zu erledigen. Während wir auf die Rücksendung unserer Pässe mit dem Visum für Äthiopien warten, lassen wir MUZ für den Endspurt noch einmal auf Vordermann bringen. Eine neue Versorgerbatterie wird eingebaut, die Gummis der Stabilisatoren waren mehr als fällig und unser Ersatzreifen mit der undichten Felge wurde nochmal mit einem Schlauch gefüllt und neu geschweißt.

Am Dienstagnachmittag ist es dann endlich soweit. FedEx bringt unsere Pässe mit den Visa für Äthiopien. Leider kommt die Lieferung erst um 16:00 Uhr, so dass wir erst morgen zur sudanesischen Botschaft können um das Visum für den Sudan zu besorgen. Am Nachmittag unterstützen wir noch Nicole bei der Zubereitung einer Mousse Chocolate „a la Bosch Bohrmaschine“. Nicole ist zusammen mit ihrem Freund Roy und Sohnemann Kevin schon seit drei Jahren auf Weltreise. Auch sie sind Schweizer und haben viel zu berichten (unter www.globexplorer.ch nachzulesen).

Kenia_ÄthiopienIMG_0273 Kenia_ÄthiopienIMG_0310 Kenia_ÄthiopienIMG_0302 Kenia_ÄthiopienIMG_0369Heute am Mittwoch starten mir mit Stina, Theres, Thomas und Sabine zur sudanesischen Botschaft.
Stina und Theres haben bereits am Montag ihre Anträge und sämtliche Unterlagen abgegeben und können somit heute schon ihre Schweizer Pässe samt Visa in Empfang nehmen.

Wir laufen brav und anständig gekleidet mit allen Unterlagen (so denken wir) bei der Botschaft auf.

  • Pässe
  • Jeweils zwei Passbilder
  • Jeweils zwei Visaanträge
  • Kopien der Pässe
  • Kopie des Carnet des Passage
  • Kopien der Kreditkarten

Alle Kopien natürlich auf DIN A4 Blättern.
Das einzige, was wir im Vergleich zu unseren Freunden aus der Schweiz nicht haben, ist das sogenannte „Empfehlungsschreiben“ unserer deutschen Botschaft. Markus hat dies bereits im Vorfeld per email bei der Botschaft in Nairobi angefragt. Uns wurde geantwortet, dass die deutsche Botschaft in Nairobi keine Empfehlungsschreiben ausstellt. Der Inhaber der Campsite wusste dies auch und meinte noch, dass er von anderen deutschen Reisenden erfahren hat, dass dies auch nicht notwendig sei.

Weit gefehlt. Der streng wirkende Botschaftsmitarbeiter prüft erst genau unsere Pässe, ob sich ja kein Stempel aus Israel darin befindet. Dann prüft er die Unterlagen und reicht uns diese mit den Worten „You need a letter of recommendation from the german embassy“ zurück.
Als wir ihm erklären, dass unsere Botschaft ein solches Schreiben nicht ausstellt, meint er, dass wir dann ein Schreiben der Botschaft benötigen, dass sie ein solches „Empfehlungsschreiben“ nicht ausstellen.

Thomas ruft bei der deutschen Botschaft an und erhält die Aussage, dass auch ein solches „Absageschreiben“ nicht ausgestellt wird. Na toll, was nun? Thomas möchte das Handy mit dem Mitarbeiter der deutschen Botschaft an den Herren am Tresen geben. Dieser winkt aber ab. Die Botschaften sprechen nicht direkt miteinander. Kommunikation läuft wiederum nur über die kenianische Botschaft. CRAZY!!!

Alles Bitten und jegliche Erklärungsversuche prallen ab und somit fahren wir nach fast zwei Stunden Rumbetteln gefrustet ohne Beantragung der Visa für den Sudan wieder zurück auf die Campsite.
Thomas und Sabine wurde aber noch ein Rückruf der deutschen Botschaft versprochen, evtl. gibt es doch noch eine Lösung.

Wie sich aber später heraus stellt, gibt es keine Lösung, sondern die deutsche Botschaft hat aufgrund unserer Anfrage folgenden Text auf Ihre Homepage gestellt:

„Die Botschaft weist allerdings darauf hin, dass grundsätzlich keine konsularischen Bescheinigung , bzw. sog „Empfehlungsschreiben“ zur Beantragung von Visa für Drittländer ausgestellt werden. Wenn Sie von Kenia aus eine Reise in weitere Länder planen, sollten Sie sich vor der Abreise aus Deutschland um die notwendigen Visa für diese Länder bemühen. Die Deutsche Botschaft kann Sie nicht bei der Erlangung von Visa für Drittländer unterstützen.“

Wir stellen uns da doch die Frage, warum in jedem Land eine deutsche Botschaft sitzt, wenn sie Reisende dann nicht unterstützen.

Dass ein weiterer Vorschlag eines Mitarbeiters der deutschen Botschaft noch war, wir könnten doch von Kenia direkt nach Ägypten reisen, ist nur noch eine kleine Randnotiz, die einen nur noch mehr den Kopf schütteln lässt. Wir wussten gar nicht, dass Erdkunde da kein Einstellkriterium ist. Ach so, Sudan umfahren war auch noch ein Vorschlag. Gute Idee! Mal eben durch den Südsudan, die Zentralafrikanische Republik, den Tschad und weil´s so aufregend ist, auch noch kurz durch Libyen. So schnell wären wir dann auch oben in Ägypten…….

Unser Frust verfliegt auf der Campsite jedoch wieder schnell, denn Turi und Stina laden uns und die Anderen zu einem sensationellen Schweizer Käsefondue ein. Und das in Afrika. Genial. Herzlichen Dank dafür.

Kenia_ÄthiopienIMG_0391 Kenia_ÄthiopienIMG_0393Wir beschließen trotzdem, heute, am 05.03. Richtung Äthiopien aufzubrechen. Entweder wir erhalten das Visum für den Sudan in Addis Abeba oder wir versuchen, MUZ von Djibouti nach Hause zu verschiffen. Für die Einreise nach Djibouti erhalten wir das Visum problemlos an der Grenze.
Wir verabschieden uns noch von Thomas und Sabine, wechseln noch möglichst viele Kenia Schilling in US$ und fahren hoch hinauf bis Timau am Rande des Mount Kenya Massives (ca. 2.400 Meter). Dort übernachten wir mit den Schweizern auf der Campsite der Timau River Lodge.

Kenia_ÄthiopienIMG_0426 Kenia_ÄthiopienIMG_0427 Kenia_ÄthiopienIMG_0446 Kenia_ÄthiopienIMG_0441Nach einer sehr frischen Nacht im Dachzelt (Morgentemperatur ca. 8 Grad) fahren wir heute in den nördlichsten Teil Kenias, ins Samburuland. Es wird immer trockene, heißer und ordentlich staubig. MUZ verfärbt sich langsam von Anthrazit in Rot.

Die berühmt berüchtigte Piste von Isiolo bis Moyale (Grenze Äthiopien), für die man vor einigen Jahren noch bis zu 5 Tage gebraucht hat, ist mittlerweile dank EU Subvention schon zu fast 2/3 geteert.
Da dieser Teil Kenias aufgrund von Unruhen der verschieden Stämme als nicht ganz ungefährlich gilt, sind wir ganz froh, dass wir mit den Schweizern im Konvoi mit drei Fahrzeugen unterwegs sind.

Kenia_ÄthiopienIMG_0466 Kenia_ÄthiopienIMG_0474 Kenia_ÄthiopienIMG_0477 Kenia_ÄthiopienIMG_0485 Kenia_ÄthiopienIMG_0486 Kenia_ÄthiopienIMG_0503 Kenia_ÄthiopienIMG_0510Kenia_ÄthiopienIMG_0517 Kenia_ÄthiopienIMG_0521 Kenia_ÄthiopienIMG_0526Nach einer letzten Übernachtung in Kenia auf der Campsite von Henry und Rosanna in Marsabit erreichen wir heute, Samstag, den 07.03. nach rund 4 Stunden Fahrt gegen 13:00 Uhr den Grenzübergang nach Äthiopien.

Kenia_ÄthiopienIMG_0536 Kenia_ÄthiopienIMG_0550 Kenia_ÄthiopienIMG_0564 Kenia_ÄthiopienIMG_0570 Kenia_ÄthiopienIMG_0576 Kenia_ÄthiopienIMG_0606 Kenia_ÄthiopienIMG_0604 Kenia_ÄthiopienIMG_0609Die Ausreise aus Kenia verläuft absolut schnell und super freundlich. Auch fällt uns die sehr deutliche Beschilderung der einzelnen Büros sehr positiv auf. Da hatten wir schon deutlich größere Probleme, das richtige Gebäude zu finden. Und zu unserer Freude, müssen wir auch das Roadtax Dokument nicht vorzeigen und somit bleibt uns eine Nachzahlung wegen 7 Tagen (ca. 40 US$) erspart.
Auch die Einreise nach Äthiopien verläuft relativ schnell und geordnet. Unser Carnet wird hier zwar abgestempelt, aber in Äthiopien benötigt man noch ein separates Zolldokument, in dem alles inkl. aller Elektronikgeräte vermerkt wird.

Nach der Grenze heben wir nur noch Birr (Äthiopische Währung) ab und bleiben dann gleich in Moyale im Hinterhof des Bekele Molla Hotels über Nacht.
Und so sieht es aus, wenn die Dusche in Äthiopien für 6 Personen bereit ist.

Kenia_ÄthiopienIMG_0002Kenia_ÄthiopienIMG_0618Kenia_ÄthiopienIMG_0006Wir gehen abends noch im Ort etwas Essen und sind erstmal von der Freundlichkeit der Menschen sehr positiv angetan.
Wir hoffen sehr, dass sich die vielen Berichte über anstrengende Begegnungen in Äthiopien vielleicht doch nicht so bewahrheiten.
Wir werden Euch auf dem Laufenden halten, wenn wir wieder gute Internetverbindung haben.

2 Kommentare

  1. Renate Doktor-Froben

    Schön, wieder was von Euch zu hören. Wir wünschen Euch, dass sich die Strapazen nach der Einreise in Äthiopien doch noch rentiert und ihr dafür entschädigt werdet. Viel Glück weiterhin wünschen Euch die 3 Erlstätter.

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  2. Knossalla manfred und ilse

    Hallo markus u tom Schön wieder ein lebenszeichen von euch zu haben. Afr ika ist offensichtlich bürokratischer als unser perfektes deutschland. Genießt eure letzten wochen und kommt gesund nach hause. Wir freuen uns schon jetzt auf eure erzählungen bei bay bier und frischen weißwürsten. Bis. Bald grüßen euch die perlacher. Manfred u ilse.

    Gefällt 1 Person

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