Planet Cruiser.

Von den Usambara Mountains zum Dach Afrikas.

05.01.15 – 10.01.15 (Tag 112 -Tag 118)

Nach den schönen aber heißen Nächten am Strand des Indischen Ozeans zieht es uns heute in eine kühlere Gegend. Wir fahren in die Usambara Mountains. Diese bestehen aus zwei Gebirgszügen mit Gipfeln bis zu 2440 m, den East- und den West Usambara Mountains.

Wir wollen zu den West Usambara Mountains. Bereits bei der Anfahrt zum Hauptort Lushoto. sehen wir freudig zu, wie unsere Temperaturanzeige im MUZ immer weiter absinkt. Nicht umsonst war Wilhelmstal, wie Lushoto in der Kolonialzeit hieß, ein beliebter Ort zur Sommerfrische für die Kolonialbeamten. Kurz hatte man sogar überlegt, die Hauptstadt wegen des bekömmlichen Klimas hierher zu verlegen.

Aufgrund des Klimas ist die gesamte Usambara Gegend extrem fruchtbar. Jedes Fleckchen wird für den Anbau von Lebensmitteln genutzt. Pflaumen, Äpfel, Kirschen, Erdbeeren und andere Köstlichkeiten, die sonst in Tansania nicht wachsen, werden hier angebaut und dann auf den großen Märkten in Dar es Salaam, Arusha oder Stone Town verkauft.

Auf dem Weg zu unserem heutigen Ziel kaufen wir bei den Benediktinern in Sakarani schon mal leckere, selbstgemachte Marmelade.

Nach weiteren Kilometern auf einer gut geteerten Strecke erreichen wir die Irente Farm. Wir werden gleich herzlich von der Managerin Ute begrüßt. Sofort sind wir von dem kleinen Farmshop angetan und als wir lesen, dass sie auch Tilsiter Käse verkaufen, schlägt unser Herz gleich höher.

Wir bauen unser Zelt auf der ruhig im Grünen gelegenen Campingwiese auf. Schön, dass wir ganz alleine sind. Erstmal einen Kaffee und dazu einen sensationeller Kuchen der Farm. Natürlich fängt es mal wieder leicht zu regnen an, schließlich sind ja wir, die Regenmacher, hier.
Zum Abendessen lernen wir dann auch noch Utes Partner Richie kennen. Wir essen gemeinsam mit ihnen auf ihrer wunderschönen Terrasse und unterhalten uns wirklich sehr nett und interessant mit den beiden. Ein wirklich schöner Abend.

Am nächsten Morgen genießen wir ein extrem leckeres Frühstück mit den selbstgemachten Produkten der Farm. Das Ganze mit einem tollen Ausblick auf die Berglandschaft.
Bevor wir uns von den beiden, Ute und Richie, verabschieden, kaufen wir noch den halben Farmshop leer. Endlich mal dunkles Brot, haufenweise Marmelade, Käse und Butter. Die Versorgung mit so leckeren Produkten ist auf unserer weiteren Route eher dürftig bis ganz schlecht.

IMG_6851 IMG_6852 IMG_6832 IMG_6856 IMG_6863 IMG_6859 IMG_6848 IMG_6835 IMG_6831Die Strecke zu unserem nächsten Ziel, Mambo, ist wirklich wunderschön und sehr abwechslungsreich. Immer wieder zu beiden Seiten die fruchtbaren Felder mit den Arbeiterinnen (Männer haben wir bislang in Afrika eigentlich kaum arbeiten gesehen), teilweise fahren wir durch regenwaldartige Vegetation.

IMG_6990 IMG_6971 IMG_6972 IMG_6983 IMG_6912 IMG_6910 IMG_6960 IMG_6991 IMG_6887 IMG_6882 IMG_6875 IMG_6897 IMG_6893Bei unserer Unterkunft, Mambo Inn, angekommen, sind wir von dem sensationellen Blick echt angetan. Es ist zwar leider etwas diesig, aber man sieht dennoch die weite Masai-Ebene tief unten im Tal. Schade, dass es so wolkig ist, denn bei klarer Sicht würde man sogar den Kilimanjaro sehen können.
Die kleinen, zweckmäßigen Chalets sind fast an der Abbruchkante gebaut. Super schön, man fühlt sich fast wie in einem Vogelnest. Abends fängt es aber wieder mal ordentlich zu schütten an (Hallo Regenmacher) und es wird ganz schön frisch. Schade nur, dass es mit der heißen Dusche einfach nicht klappen will. Der holzgefeuerte Boiler brennt zwar schon ewig und ordentlich, aber das warme Wasser will einfach nicht unsere Dusche erreichen, von Wasserdruck ganz zu schweigen. Das Ganze ist eigentlich nur erwähnenswert, weil die „Problemlösung“ oder zumindest der Versuch der Lösung wieder mal typisch afrikanisch lief, nämlich so gut wie gar nicht oder erst nach mehrmaligem Nachfragen. Wir sagen mittlerweile nur noch „TIA“ (This Is Africa). Geduscht wurde dann halt nicht mehr. Aber schön war es natürlich trotzdem.

IMG_6921 IMG_6915 IMG_6925 IMG_6939 IMG_6935 IMG_6946 IMG_6948 IMG_6956Da es in der Nacht nochmal ordentlich geregnet hat, beschließen wir, den Rückweg wieder über Lushoto anzutreten, da uns der direkte, aber extrem steile und kurvenreiche Weg dann doch zu heikel ist. Zumal wir raushören können, dass ein Umdrehen auf der Strecke so gut wie unmöglich ist.

Im Tal angekommen führt uns unser Weg weiter Richtung Moshi. Der Ort ist bekannt als Ausgangspunkt für Kilimanjaro Besteigungen. Nach langer Überlegung entscheiden wir uns gegen eine Besteigung! NEIN, Spaß beiseite, das würden wir zwei unfitten Autositzer gar nicht schaffen. Somit ist Moshi für uns nur ein Zwischenstopp. Aber immerhin ist uns das Wetter am Morgen für einen kurzen Moment freundlich gestimmt und wir können einen kurzen Blick auf das „Dach Afrikas“ erhaschen. Das ist eh selten genug, denn 15 Min. später war der Kilimanjaro schon wieder in Wolken gehüllt.

IMG_7002 IMG_6997IMG_7001Im Moment wissen wir nicht so recht weiter, ob wir in die Serengeti und die anderen Parks hier im Norden von Tanzania fahren möchten. Denn, momentan ist hier absolute Hochsaison. Wir düsen erst mal Richtung Lake Manyara National Park, da unsere Bekannten aus Malawi (Julie + Peter aus Hongkong) dort zwei Nächte in einer Lodge im Park verbringen und wir uns sehr gerne wieder treffen möchten.
Auf der Fahrt nach Mto wa Mbu kommen uns ständig mit Touristen voll besetzte Fahrzeuge von diversen Reiseanbietern entgegen. Oh je, denken wir, hier ist ganz schön was los! Da unser Budget schon sehr aufgebraucht ist, entscheiden wir uns für eine Nacht auf der Campsite des Panorama Camps. Dieses liegt erhöht über dem Lake Manyara National Park, sozusagen auf der Abbruchkante des ostafrikanischen Grabenbruchs (Rift Valley). Von hier hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Ebene. Leider ist das Camp mit überwiegend russischen Touristen total überfüllt.

IMG_7005 IMG_7016Nach einer sehr unruhigen Nacht ist für uns Beide klar, dass wir die Serengeti und die anderen teuren Parks erst mal nicht besuchen. Wir haben keine Lust auf diesen Massentourismus und entscheiden uns dafür, dass wir so schnell wie möglich nach Ruanda kommen. Wir fahren auf sehr guter Teerstrasse nach Singida und weiter über Igunga (Zwischenstopp) Richtung Grenze.

3 Kommentare

  1. Knossalla manfred und ilse

    Hallo tom hallo markus. Danke für euren wie immer tollen report mit super fotos Hätte eine super geschäftsidee angesichts der krautköpfe Eine sauerkrautfabrik für ostafrika Schöne weiterfahrt und bleibt gesund. Liebe grüsse. Manfred und ilse.

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  2. Renate Doktor-Froben

    Ganz tolle Fotos, die Gegend ist wieder ganz anders aber sehr sehr schön. Es ist immer toll für uns, wie wir Euch auf Eurer Reise begleiten dürfen und so einiges miterleben können. Danke dass ihr immer so ausführlich berichtet und so wunderschöne Fotos sendet. Viel Glück und Freude weiterhin auf Eurer Reise. Pluto geht es super gut, ich glaube auch, dass es mit der Hüfte viel besser geworden ist. Er ist ein richtig lustiger Spaßvogel geworden.

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  3. Jeanette

    Eure Berichte sind mein Wochen-high lite. Ich liebe es, zu lesen, was Ihr so treibt… und eure Fotos sind die schönsten Schmankerln. Liebes Schmatzerl 🙂

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