Planet Cruiser.

Löwengebrüll und Unwetter im Kgalagadi.

11.11. – 20.11.14 (Tag 58 – Tag 67)

Bevor wir heute die Terra Rouge Guestfarm verlassen, kaufen wir noch beim hauseigenen Farmstall drei Portionen Kudu-Filet. Hanli und Pieter, die beiden Inhaber der Guestfarm sind absolut herzliche und sympathische Leute. Ein Besuch dort, wenn man mal in der Gegend ist, sei hier absolut empfohlen. Danke euch beiden für die nette Gastfreundschaft.

Nach einer kurzen Fahrstrecke erreichen wir den Grenzposten Mata Mata. Zuerst müssen wir die Ausreiseformalitäten erledigen. Wir verlassen ja Namibia und reisen während unseres Aufenthaltes im Kgalagdi Transfontier Park in keinem Land ein, auch wenn wir uns zeitweise in Südafrika und auch Botswana aufhalten werden.
Nachdem die gelangweilte und unfreundliche Grenzbeamtin die Stempel in unsere Pässe geknallt hat, wird beim nächsten Schalter leider auch unser Road-Permit für Namibia ungültig. Blöd, denn nach 10 Tagen reisen wir ja wieder in Namibia ein und somit sind erneut 220 N$ für ein neues Permit fällig.
An der nächsten Schranke erwartet uns ein netter Beamter. Er hat die Aufgabe, zu checken, ob wir „illegale“ Waren auf südafrikanischen Boden einführen. Dazu zählen ja wie schon erwähnt das Feuerholz oder auch Milchprodukte, Obst und Gemüse und auch mehr als 2 Liter Alkohol pro Person.

Auf seine obligatorischen Fragen, ob wir diese oder jene Produkte mit uns führen, antworten wir natürlich immer schön mit „Nein, haben wir nicht dabei“. Zum Glück nimmt er es nicht so genau und prüft nicht unseren Kühlschrank und die Vorratsboxen.
Dieselben Fragen stellt er dann natürlich Andrea beim Fahrzeugcheck. Ehrlich wie unsere Andrea ja immer ist, antwortet sie „Oh, I only have the rolling bar in my car“.
Natürlich muss der Grenzbeamte seinem Job nachgehen und belehrt uns nochmal, dass nur 2 Liter Alkohol pro Person erlaubt sind und somit meint Andrea, dass wir ja auch nur ein paar Bierchen dabei haben.Dabei öffnet sie freundlich die Tür und da steht schon mal die erste 3 Liter Box Rotwein.
Wie gut, dass der Beamte es nicht so genau nimmt und er lässt und mit dem Hinweis passieren, dass die gleichen Regelungen auch wieder für die Einreise nach Namibia gelten.Aber bis dahin haben wir keine Sorge, dass die Bar und die Vorräte noch die erlaubten Mengen überschreiten werden.

Unser erster Weg im Park führt uns zum ca. 130 km entfernten Headquarter „Twee Rivieren“. Hier melden wir uns beim Parkoffice für den Bereich Botswana und checken pflichtbewusst wie wir sind für die gebuchten Campsites der nächsten 9 Tage ein.

Auf unserem Weg zu unserer ersten Campsite „Rooiputs“ sehen wir zwar einige Antilopen und auch ein paar Giraffen, aber bereits hier merken wir, dass erstaunlich wenige Tiere gerade im Gebiet unterwegs sind. Aber das muss ja nichts heißen, schließlich ist der Park für seine doch recht hohe Anzahl an legendären Kalahari Löwen und auch Geparden und Leoparden bekannt, die auch durchaus hin und wieder die Campsites aufsuchen.

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kIMG_3024 kIMG_3028 kIMG_3039kIMG_3100 kIMG_3096 kIMG_3132Nachdem wir uns ein wenig eingerichtet haben und beschlossen haben, dass MUZ jetzt zwei Tage stehen bleibt und wir die Game Drives mit Andreas Karre machen, kümmert sich Markus schon mal ums Feuer für das Abendessen während Andrea und Tom noch mal eine kurze Fahrt zum nächstgelegenen Wasserloch unternehmen.
Als die beiden von dem wenig ergiebigen Game Drive zurück sind und wir gerade anfangen, das Linsencurry für den Potje vorzubereiten, merken wir schon, wie der ohnehin schon ordentliche Wind immer stärker wird. Wir trotzen dem Wind und aufziehendem Sandsturm und versuchen, so gut wie möglich unser Curry sandfrei fertig zu kochen.

Es gelingt uns gerade noch, den heißen Potje auf die Ladeluke von Andreas Karre zu stellen und mit unseren Weingläsern ins Auto zu springen, da fängt es in Strömen an zu schütten, begleitet von ordentlich Wind, Blitz und Donner.
Super, jetzt sitzen wir hungrig im Auto und das Curry steht hinterm Auto. Aber als mal der Schauer zumindest gefühlt etwas nachlässt, springt Markus schnell nach draußen und holt den Potje. Das gleiche Prozedere wiederholt sich dann auch später noch für den Getränkenachschub. Denn so wie es aussieht, wird das heute eine Party in Fatimas Karre. Und so ist es auch. Wir sitzen den ganzen Abend im Auto, staunen über das extreme Wetter und haben trotzdem ordentlich Spaß.

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Den nächsten Tag verbringen wir nach einem wenig ergiebigen Game Drive gammelnd auf der Campsite. Es tut ja auch immer wieder mal gut, einfach faul in der Hängematte oder im Dachzelt zu liegen oder trotz Wind leckere Pan-Cakes und Brot zu backen. Mittlerweile sind wir ja echt schon abgehärtet, was den Wind auf unserer Reise angeht.

Unser nächstes Übernachtungsziel am dritten Tag im Kgalagadi Transfontier Park ist die Campsite Polentswa (S25°05.231‘ E020°25.665‘). Wir brechen bereits um kurz nach 6:00 Uhr morgens auf, da wir für die knapp 200 km im Park mit ca. 6,5 Std. Fahrzeit rechnen.
Auf unserem Weg Richtung Nossob, das zweite Main Camp mit Einkauf- und Tankmöglichkeit im Park, treffen wir auch endlich neben einigen Antilopen auf die ersten Großkatzen. Zuerst ein hübscher, aber faul im Schatten liegender Löwe und kurz darauf noch Geparden.

kIMG_3137 kIMG_3153 kIMG_3170 kIMG_3189Auf unserem Stellplatz Polentswa angekommen, ist nach einer Stärkung erstmal wieder chillen angesagt. Bei den heißen Tagestemperaturen von annähernd 40° im Schatten ist außer faul im Schatten zu liegen sowieso nicht viel zu machen.
Nach einem erneut wenig tierreichen Game Drive am Abend überlegen wir bei einem wunderschönen Sonnenuntergang und einem tollen Blick über die Pan, ob wir unsere Tour im Kgalagadi frühzeitig beenden sollen oder ob wir doch noch den Weg und die 6 Tage in der abgelegenen Mabuasehube Region auf uns nehmen sollen?

Wir entscheiden mangels Alternativen nach langen Überlegungen, die Fahrt zur Bosobogolo Pan in der Maba-Region mit allen Konsequenzen auf uns zu nehmen. Schließlich war das ja auch unser ursprünglicher Plan.
Wir starten um 6:00 Uhr auf den 160 km langen Trail, für den man einen ganzen Fahrtag einrechnen sollte.
Zunächst müssen wir zurück nach Nossob und unsere Diesel- und Wasserreserven für die 6 Tage auffüllen, denn in der abgelegenen Gegend des Parks gibt es auch keine oder nur kaum Wasserversorgung. Und hin und wieder kann ja doch eine Dusche ganz schön und evtl. auch sinnvoll sein.

Auf unserem frühen Weg nach Nossob haben wir nochmal das Glück, einen Löwen mit seinen zwei Damen zu treffen.
Zunächst liegen sie alle etwas faul im Gras, doch dann überkommen den stolzen Löwen wohl doch die Frühlingsgefühle.

kIMG_3256 kIMG_3260 kDSC_9665Die anstrengende Strecke führt zunächst über einige rote Dünenkämme und verläuft dann immer weiter in westliche Richtung. Andrea meistert die sandigen Dünenüberquerungen wirklich sehr gut. Dank der Übung in Sesriem und der guten Einweisung von uns, würden wir mal behaupten.
Wir werden immer wieder durch ordentliches Wellblech auf der Piste durchgeschüttelt und müssen vielen Dornenbüschen ausweichen und dabei achtgeben, dass wir nicht aus der Sandspur geraten. Zu langsam fahren wollen wir auch nicht, da es immer heißer wird und wir auch irgendwann ankommen möchten.

kIMG_3682 kIMG_3664Nach 5,5 Std. ist die anstrengende, aber wirklich schöne Strecke geschafft und wir erreichen die Campsite an der Bosobogolo Pan (S25°13.805‘ E022°03.808‘).

Jetzt haben wir uns aber ein kühles Bier aus Andrea´s rolling Bar verdient. Erschrocken stellen wir fest, dass der Stromstecker vom Kühlschrank zur Batterie in Andrea´s Karre abgebrochen ist. Jetzt muss eine Lösung her. Gut, dass Andrea wenigstens noch unseren alten Reisestromwandler mitgebracht hat. So können wir den Kühlschrank über ein Verlängerungskabel am Zigarettenanzünder zum Laufen bringen. Nur leider wird der Wandler schnell sehr heiß. Also hat Andrea die Aufgabe, immer wieder in bestimmten Abständen für Kühlung zu sorgen.

Die Campsites auf der Botswana Seite des Parks sind sehr spartanisch eingerichtet, aber immerhin gibt es ein schönes A-Frame Sonnendach und eine Buschtoilette sowie eine Vorrichtung zum Aufhängen der Dusche. Bei den Temperaturen ist unsere Solardusche ach schnell einsatzbereit.

Den Rest des Tages genießen wir einfach den Blick von unserer Campsite auf die Bosobogolo Pan. Die Tierwelt zeigt sich leider auch in dem Teil des Parks bis jetzt noch sehr rar. Immerhin haben wir eine große Borstenhörnchenfamilie in unmittelbarer Nachbarschaft, die uns immer wieder gerne und neugierig besucht.

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Die Nacht auf dem Bosobogolo Camp war angenehm kühl. Wir stehen schon um 6:15 Uhr auf. Die zahlreichen Pfotenabdrücke im Sand rund um unser Auto sehen so aus, als könnten wir nachts Leopardenbesuch gehabt haben. Nach einem kurzen Kaffee fahren wir 2 Std. in der Gegend umher, leider ohne nennenswerte Tiersichtungen. Den Rest des Tages wird bei den heißen Temperaturen einfach mal wieder ordentlich gechillt. Somit haben wir am Abend sogar noch genug Energie um zum ersten Mal einen Kuchen auf dem Feuer zu backen.

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Heute ist Sonntag. In einer Woche verlässt uns Andrea schon wieder. Die letzte Nacht war ungewöhnlich kalt für diese Jahreszeit. Wir hatten einen saukalten Ostwind, der uns mal wieder ums Zelt geblasen hat.

Wir brechen unsere Zelte ab und steuern die nächste Pan, die Lesholoago Pan an. Auf dem Weg dorthin, schauen wir uns schon mal kurz bei der Mabuasehube Pan, unserer übernächsten Station vorbei. Leider ist die Wasserstelle, wie wir später von einem Ranger erfahren, schon seit zwei Jahren versiegt. Daher sind auch aktuell nicht viele Tiere dort anzutreffen.

Bei der Lesholoago Pan (S24° 56.688‘ E022°02.884‘) angekommen, ist es schon wieder so heiß, dass wir uns nur noch in den Schatten legen können und einfach nichts tun. Aber immerhin gibt es am Sonntagnachmittag noch unseren selbstgebackenen Kuchen, sogar mit Sahne dazu. Das muss uns erst mal einer nachmachen bei ca. 38°C im Schatten mitten in der Kalahari.

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In der folgenden Nacht werden wir immer wieder von lautem und nahem Löwengebrüll geweckt. Wir sind ziemlich aufgeregt und gespannt, ob sich die Löwen auf unserer Campsite niederlassen. Doch als die Dämmerung einbricht, wird das Gebrüll immer leiser.
Wir stehen auf und machen uns gleich auf die Suche nach den Löwen. Weit können sie nicht sein, immer wieder sehen wir deutlich die Spuren der großen Tatzen im Sand.kIMG_3539Doch nach stundenlangem Herumfahren war die Suche leider ergebnislos und wir kehren wieder auf unsere Campsite zurück.
Nach einem ausführlichen Frühstück legen wir uns erst al wieder aufs Ohr, da wir vom nächtlichen Gebrüll alle hundemüde sind.
Am späten Nachmittag fahren für zur Mabuasehube Pan rüber und lassen uns dort nieder. Zum Sundowner hören wir erneut Löwengebrüll ganz in der Nähe der Pan und wir bekommen Besuch von einem ziemlich frechen Schakal.

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Am nächsten Morgen beschließen wir gemeinsam, dass wir die Mabua-Region schon früher verlasen und fahren wieder zurück nach Nossob.
In Nossob versuchen wir am Abend nochmal unser Glück bei einem Game Drive und freuen uns sehr, dass wir nochmal ein prächtiges Löwenmännchen mit einer hübschen Lady an seiner Seite treffen.
Morgen werden wir den Kgalagadi Transfontier Park verlassen und reisen wieder über Mata Mata nach Namibia ein.

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5 Kommentare

  1. Renate Doktor-Froben

    Endlich wieder wunderschöne Aufnahmen und tolle Berichte, lustige Erlebnisse und das muss ich sagen, einen super Haarschnitt. Weiterhin gute Fahrt und besseres Wetter. Schön, dass es Euch gut geht!

    Gefällt 1 Person

    • Freut uns, dass es euch gefällt. Ja, hat ein wenig gedauert, da wir in der Kalahari kein Netz hatten (eigentlich hatten wir gar nichts, außer Natur und Tiere). Morgen geht es jetzt endlich auf in ein neues Land, nach Botswana. Mal sehen, was da so die Friseure können.
      🙂
      Liebe Grüße und bis bald.
      PS.: Und keine Sorgen machen, wenn es mal mit einem Lebenszeichen dauert. Manchmal nicht so leicht.

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  2. Maria & Werner

    Ach da bekomme ich gleich wieder Sehnsucht nach Afrika wenn ich eure schönen Bilder sehe. Das kennen wir ja auch alles soooo gut! Viel Spaß in Botswana und weiterhin gute Fahrt!

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  3. Julia, Lili und Andreas

    Grüß Euch!
    Wir 3 (+ manchmal auch ein paar Klimbims) verfolgen gespannt Eure Tour und sind immer wieder begeistert, wo Ihr Euch so rumtreibt und was Ihr erlebt. Julia hat schon gefragt, ob das mit unserem alten Benz auch gehen würde.
    Lasst es Euch weiter gut gehen und haltet genügend Abstand zu wilden Bestien und Friseuren.

    P.S. Pa´s OP am Montag verlief gut – Laut eigener Aussage hat er tolle Krankenschwestern!

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    • Hallo ihr 3,
      vielen lieben Dank für euren Kommentar, hat uns gefreut. Sind jetzt mittlerweile in Botswana, Namibia hatten wir ja wirklkch ausgiebig.
      Richtet bitte Pa schöne Grüße aus und gute Besserung. Habe ihm eine Postkarte geschickt.

      Liebe Grüße und bis bald.
      Markus und Tom

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