Planet Cruiser.

C wie Coiffeur und Canyon.

8.11. – 10.11.14 (Tag 55 – Tag 57)

Nach einer sehr unruhigen Nacht, da 6 Mücken meinten, sie müssten auch mal bei uns im Dachzelt übernachten und uns ärgern, beschließt Markus, dass es doch mal Zeit für einen Haarschnitt sei. Kurzerhand fahren wir noch vor unserer heutigen Etappe zurück nach Rosh Pinah, da dort gegenüber der Tankstelle einige „Coiffeure“ ansässig sind. Schnell ist eine Wellblechhütte ausgesucht und schon sitzt Markus schwitzend auf dem Barber-Stuhl.
Eine Schere scheint es nicht zu geben und da bei der Bilderauswahl an der Wand nicht wirklich eine Afro-Frisur auf Anhieb passend erscheint, wird einfach losgelegt. Die Haarschneidemaschine wird noch ordentlich mit Maschinenöl geschmiert, dann über einen Stromwandler und einer Autobatterie in Schwung gebracht. Und ab geht’s! Ein wenig Angst bzw. Unsicherheit ist schon im Spiel, aber was solls, die Matte muss runter. Und was soll man sagen, der Friseur im „Parliament Hair Salon“ hat sich wirklich große Mühe gegeben. Sogar eine Rasur ist noch für einen Gesamtpreis von umgerechnet 2,80 € drin. Massimo in München, du solltest deine Preise nochmal überdenken.

kDSC_8922 kDSC_8914 kDSC_8958Nach dem Schönheitsprogramm fahren wir weiter südlich bis zur Grenze nach Südafrika. Dabei bleiben wir aber stets auf der Seite Namibias und cruisen die sehr schöne Strecke am Oranje Grenzfluss entlang. Auf südafrikanischer Seite befindet sich der „Richtersveld National Park“, auf unserer Seite der „Ai-Ais and Fish River Canyon Park“. Die Strecke bietet immer wieder traumhafte Ausblicke auf den Oranje River und wir machen bei einer Stelle, an der man bis zum Fluss fahren kann, einen Brotzeitstopp.

kIMG_2785 kIMG_2797 kIMG_2800Kurz vor Ende unserer Tagesetappe durchfahren wir das Gebiet Aussenkehr. Die Farm Aussenkehr war eine der ersten Farmen in Namibia am Oranje, die Tafeltrauben für den Export produzierte. Heute wird der Name für das gesamte Weinanbaugebiet (ca. 1000 ha) verwendet. Mittlerweile leben im Aussenkehr-Gebiet etwa 15.000 Menschen, immerhin ein Fünftel der Gesamtbevölkerung der Karas Region. Aber, kaum vorstellbar: diese 15.000 Menschen leben nicht etwa in einem Ort mit sozialer Infrastruktur, sondern in einer wilden Siedlung. Die Arbeiter, die mit ihren Familien hauptsächlich aus dem Norden Namibias kommen, haben sich hier ihre traditionellen Hütten aus Ried gebaut. Die nordnamibischen Siedlungen mitten in der Wüste sehen sehr eigenartig und dennoch interessant vor der Kulisse des Oranje aus.

kIMG_2867 kIMG_2871 kIMG_2877Mitten im Weinanbaugebiet erreichen wir unser heutiges Ziel, die Campsite auf der Norotshama Lodge.
Zunächst ist erstmal „Großwaschtag“ angesagt. Nach getaner Arbeit gönnen wir uns einen kühlen Drink und planschen im schön angelegten Pool mit Blick auf den Oranje River. Ja, auch so kann campen sein. Hin und wieder tut´s schon gut, auch wenn es sicher nicht unsere erste Wahl ist. Da wir aber Glück und den Pool ganz für uns alleine haben, ist es wirklich super schön.
Den Tag lassen wir dann noch mit einem leckeren Essen und einer guten Flasche Norotshama Wein aus dem Anbaugebiet im Restaurant ausklingen.

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Heute geht unsere Tour mit einer schönen Strecke durch den „Fish River Canyon Park“ und „Gondwana Canon Park“ weiter. Den Fish River Canyon mit seinen Aussichtspunkten wollen wir erst am nächsten Tag beim Morgenlicht besuchen. Somit schlagen wir unsere Zelte auf der Campsite des „Canon Roadhouse“ auf. Das ganze Gelände inkl. Rezeption und Bar besticht durch seine abgefahrene, teils schon kitschige Einrichtung. Schwerpunkt sind uralte Autos, Motorräder und Traktoren. Die Unterkunft ist bekannt bei vielen Rally- und Oldtimerbegeisterten.

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Unseren heutigen Tag starten wir recht zeitig, da wir eine ordentliche Fahrstrecke bis ans südöstliche Ende Namibias (Kgalagadi Transfontier Park) vor uns haben. Doch erst mal besuchen wir den Fish River Canyon.

Vom Canon Roadhouse ist es nur ein Katzensprung bis zum Parkeingang und weiter bis zum Hauptaussichtspunkt. Der gigantische Canyon, der nach dem Grand Canyon als zweitgrößter der Welt gilt, ist bis zu 27 km breit und bis zu 549 m tief. Seine Länge wird meist mit 161 km angegeben.
Fotos können diesen gewaltigen Eindruck kaum wiedergeben, da man immer nur einen Teil des Canyons einfangen kann und keine Vergleichspunkte zu seiner wahren Größe hat. Wir sind beeindruckt und versuchen wenigstens mit uns auf den Bildern eine Ahnung der Größe wiederzugeben.

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Nachdem wir den Canyon mit seiner Größe und Gewaltigkeit ausgiebig genossen haben, starten wir durch und fahren bis zur letzten größeren Stadt vor der Extreme der Kalahari. Wir stoppen in Keetmanshoop, füllen wieder unsere Dieselreserven auf und bunkern ordentlich Lebensmittel. Natürlich wird auch die „rolling Bar“ wieder gut aufgestockt für die geplanten 10 Tage in der Einsamkeit. Vielleicht hätten wir Andrea doch sagen sollen, dass es nur erlaubt ist, 2 Liter Alkohol pro Person über die Grenze in Mata Mata mitzunehmen. Ich glaube, wir hatten nur über das Feuerholz gesprochen, denn Holz darf man auch nicht von Namibia nach Südafrika einführen. Wie paradox. Es könnten ja irgendwelche Parasiten im Holz eingeschleppt werden. Als ob sich Käfer oder sonstiges Getier auf den grenznahen Bäumen brav ein Visum beim Grenzbeamten ausstellen lassen, bevor sie ins andere Land fliegen oder krabbeln!

Von Keetmanshoop fahren wir weiter die C17 Richtung Koes. Eine wirklich tolle Strecke, entlang an zahlreichen Köcherbäumen und bizarren Felsformationen. Immer wieder geht es die ersten roten Kalahari Dünenkämme rauf und runter. Wir kommen uns vor wie auf einer Achterbahn. Bereits hier merken wir, dass eine gewittrige Stimmung in der Luft liegt. In der Ferne sehen wir schon Wetterleuchten.

Endlich erreichen wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit unser heutiges Ziel, die Campsite des Terra Rouge Guesthouses. Gerade sind wir dabei, unser Zelt aufzuschlagen, da fängt es plötzlich gewaltig an zu stürmen. Sand überall!!! Ein heller Blitz und tosender Donner und schon erwischt uns der erste ordentliche Regenschauer seit wir in Namibia unterwegs sind. Später erfahren wir, dass dies hier der erste Regen seit über 7 Monaten war. Also, Zelt schnell wieder einklappen und ab ins Auto.
Gott sei Dank dauert der gewittrige Schauer nicht länger als eine halbe Stunde und wir können den Abend noch schön am Feuer genießen. Schließlich müssen wir ja das böse Holz vor der Grenze noch loswerden.

Mit der Ankunft auf dem Stellplatz sind wir mittlerweile 7.000 km mit MUZ in Afrika unterwegs. Und da sind die Kilometer, die er auf dem Anhänger und wir auf der Pritsche verbracht haben, noch gar nicht mit dabei.

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