Planet Cruiser.

Ausflug ins Damaraland. Oder. Omaruru sieht uns wieder.

21.10. – 26.10.14 (Tag 37 – Tag 42)

Zeitig verlassen wir heute Morgen die Campsite des River Guesthouse und schauen in Omaruru noch im Mainstreet Cafe zum Frühstücken vorbei.

Von hier fahren wir auf der guten Schotterpiste C36 Richtung Brandberg und erreichen gegen Mittag Uis, wo wir vor ca. 3 Wochen schon mal waren. Und auch dieses Mal sind wir mit unserem MUZ die Hauptattraktion schlechthin. An der Tankstelle kommt eine Gruppe kroatischer Hummeldumms und zücken ihre Fotoapparate und fragen, ob sie ein Foto von uns und dem Auto machen dürfen.
Sie fragen alle ganz interessiert, wie man denn mit einem Auto von München nach Namibia kommt. Als wir von der Verschiffung erzählen, sind die alle ganz hin und weg und absolut interessiert.

Nach der ganzen Foto-Action fahren wir auf die D2342, eine kleine Piste die westlich um den Brandberg herumführt. Die ersten Kilometer sind ganz gut zu befahren, doch dann erwischt uns unser „geliebtes“ Wellblech wieder mit voller Wucht. So eine Rüttelei, man o man.

Gott sei Dank gibt es immer wieder „inoffizielle“ Ausweichspuren, die uns und MUZ nicht ganz so durchschütteln.

Nichtsdestotrotz ist die Landschaft hier unglaublich schön und wir bewundern immer wieder die tollen Felsformationen.

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Nach ca. 40 km und einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir endlich den Abzweig, der uns in westliche Richtung zum Messum Krater führt. Hier ist die Piste deutlich besser, da sie breiter und sandiger ist.
Plötzlich sehen wir schon in der Ferne, dass uns 3 Fahrzeuge entgegenkommen. Natürlich hält man ja in der Einsamkeit immer an. Und wir werden gleich mit einem herzlichen „Servus“ begrüßt. Siehe da, wieder mal Münchner, die wir in der Weite Namibias treffen.
Nach einem kurzen Ratsch, fahren wir weiter und erreichen am Nachmittag den Messum Krater.

Dies ist ein Vulkankrater, der vor ca. 130 Mio. Jahren im Zusammenhang mit dem Auseinanderbrechen des Gondwana-Kontinents entstand. Der Wall, der den Messum-Trichter umgibt, wird von einer ringförmigen Hügelkette gebildet, die einen Durchmesser von ca. 22 km besitzt und ihre Umgebung um ca. 200 Meter überragt. Die gesamte Formation besteht hauptsächlich aus quarzreichem Basalt und der Name des Kraters geht auf Kapitän W. Messum zurück, der Mitte des 19. Jahrhunderts das Gebiet um das Brandbergmassiv erkundete.

Wir sind von dieser wüstenartigen Landschaft überwältigt und suchen uns gleich ein schönes Plätzchen zum Übernachten aus. Einzig der kalte Wind macht uns die Stimmung etwas madig. Na gut, wir sind halt doch schon wieder ziemlich nah an der kühlen Küste.

kIMG_1811 kIMG_1818 kIMG_1822kIMG_1826Brrr, als uns heute Morgen die ersten Sonnenstrahlen wecken ist es ganz schön zapfig. Wir klettern aus unserem gemütlichen Dachzelt die Leiter herunter und sehen mal um die Ecke. Wow, jetzt wissen wir, warum es hier am Morgen so kalt ist. Der immer wieder auftretende Küstennebel reicht bis zum Krater. Also das Klima hier ist schon ganz schön anstrengend, tagsüber sticht die Sonne bei bockheißen 35 Grad und nachts ist man froh, wenn man ganz dicht am Lagerfeuer sitzen kann.

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Aber, der Küstennebel hat ja auch die bestimmte Funktion, die Flora und Fauna (ja, die gibt es hier) mit der nötigen Feuchtigkeit zu versorgen. Wie zum Beispiel die unzähligen Welwitschia Mirabilis, die hier in der Namib endemisch sind. Schön anzusehen sind sie ja nicht gerade, aber einzigartige Überlebenskünstler in dieser trockenen und heißen Gegend. Die meisten von ihnen haben schon mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel, die besonders großen Exemplare werden auf ein Alter von bis zu 2.000 Jahren geschätzt.

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Wir fahren aus dem Messum Krater wieder heraus und nehmen die Piste nach Norden in Richtung des Ugab Rivers. Hier in der Pampa hat die „Save the Rhino Trust“ ein Community Camp errichtet, auf dessen Campsite wir heute übernachten wollen. Diese gemeinnützige, private Organisation wurde 1985 zum Schutz der schwarzen Nashörner gegründet. Das wüstenangepasste Spitzmaulnashorn in der Kunene Region ist das einzige Nashorn weltweit, das außerhalb von Naturschutzgebieten überlebt hat. Anfang der 80-er Jahre nahm die Wilderei in einem Ausmaß zu, dass diese wildlebenden Nashörner vom Aussterben bedroht waren. Dank „Save the Rhino Trust“ konnte die Population bis heute wieder mehr als verdoppelt werden.

Als wir beim Ugab Rhino Camp eintreffen, begutachtet ein Mitarbeiter immer wieder unser Kennzeichen und schaut dabei auf einen Zettel. Wir fragen uns, was das soll?
Schließlich übergibt er uns diesen Zettel und wir erhalten dadurch eine Nachricht von Dina und Tom aus Untersendling, die wir vor einigen Tagen auf dem Erongo Plateau Camp getroffen haben. Danke euch beiden, hat uns sehr gefreut und wir waren auf dem gleichen Stellplatz!!

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Nach einem kurzen Frühstück geht’s wieder weiter in Richtung Norden. Puhhh, die Ausfahrt (ca. 4 km) aus diesem mit Basaltsteinen geprägtem Flussbett hat es ganz schön in sich. Dabei werden die Reifen vom MUZ ziemlich strapaziert. Danach fahren wir im Damaraland den Doros Crater Track in die Richtung von Twyfelfontein. Die Landschaft hier ist wieder ganz anders und gefällt uns sehr gut. Überall diese Tafelberge mit der weiten Steppe. An einem besonders hübschen Platz halten wir an und machen uns Wurschtbrote. Kurz überlegen wir, ob wir nicht gleich hier übernachten wollen, da uns dieser Platz echt so gut gefällt. Aber, wir haben blöderweise kein Feuerholz mehr und hier kann man auch nicht wirklich welches sammeln.

kIMG_1891 kIMG_1892Also, geht es wieder weiter. Doch plötzlich, keine 500 Meter von unserem Rastplatz entfernt schreit Markus: „Halt an, hier links sind Nashörner“! Wooo…? Aaaah ja, tatsächlich, drei Spitzmaulnashörner, die sogleich die Flucht ergreifen und sich verstecken. Wir fahren ganz langsam die kleine Böschung hinauf und beobachten alles ganz genau. Aber das ist gar nicht so einfach, denn die meisten Büsche hier haben die gleiche graue Farbe wie diese Dickhäuter. Doch, wir können tatsächlich noch eines dieser scheuen Tiere etwas versteckt hinter einem Busch erspähen.

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Ein Suchbild

kIMG_1899Nach weiteren 40 Kilometern, für die wir ca. 90 Minuten brauchen, erreichen wir das Mowani Mountain Camp. Hier waren wir schon mal vor drei Jahren, als wir Namibia das erste Mal besuchten. Die Campsites hier sind auch wieder sehr schön in die Felsen integriert und haben alle einen Küchenblock mit fließend Wasser. Ein eigenes privates „Badezimmer“ mit einer sensationellen Regendusche und der tolle Ausblick lassen uns hier 2 Tage verweilen.

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Jetzt haben wir noch eine Woche, bis uns unsere liebe Freundin Andrea besuchen kommt. Drum beschließen wir, wieder mehr in die Richtung Windhoek zu fahren und planen nochmal einen Abstecher rund um das Erongogebirge. Gegen Mittag erreichen wir den wunderschönen Stellplatz auf dem riesigen Gelände der Omandumba Farm. Voller Elan bauen wir unsere Markise und das Dachzelt auf. Jetzt fehlen nur noch die Stühle und ein kaltes Bier.

Sackl Zement, was ist jetzt los. Unsere Hecktüre geht nicht mehr auf. Die hat ja in den letzten Wochen schon immer etwas geklemmt. Aber jetzt geht gar nix mehr. Na super, jetzt kommen wir nicht mehr an unseren Kühlschrank und die ganzen Auszüge heran. Schön, dass auch unser ganzes Werkzeug darin verstaut ist.
Nach fast 1 Stunde herumhantieren geben wir uns geschlagen. Natürlich hat man hier keinen Handyempfang und es ist mal wieder Samstag. Somit beschließen wir, erst mal wieder nach Omaruru zu fahren. Hier kann uns zwar übers Wochenende auch niemand weiterhelfen, aber immerhin gibt es hier ein paar nette Gästehäuser und man hat Internet und Telefonempfang. Omaruru hat uns wieder.
Dank einer Recherche und einer tollen Anleitung von Klaus (dem Mechaniker unseres Vertrauens, der u.a. denselben Land Cruiser fährt) können wir die Tür zumindest von innen – wenn auch etwas beschwerlich – wieder öffnen. Wir bleiben bis Montag hier im Kashana Gästehaus und hoffen, dass man uns in Windhoek einen neuen Griff für die Heckklappe besorgen kann.
Drückt die Daumen!

4 Kommentare

  1. Tanja & Jesper

    Schön dass ihr wieder rollt… Tolle Fotos! Jetzt seid ihr aber lang in Namibia 😊 freuen uns schon auf die Berichte vom Süden! Aber schaut’s dass ihr nachdem Andrea weg ist mal weiter kommt! 😄

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  2. Renate Doktor-Froben

    Sind gespannt auf weitere Fotos und tolle Berichte. Liebe Grüße auch an Andrea. Andreas und Julia schauen sich auch immer eure Berichte an und es gefällt allen sehr gut. Pluto ist faul neben mir und geniesst die Sonne und die Ruhe. Am 11.11. kommt das Teil raus aus meinem Bein. Bin froh, wenn es draussen ist. Gute Fahrt weiterhin und schöne Zeit mit Andrea.

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  3. Jessica

    Ich lese schon den ganzen Mittag eure Beiträge und bin total begeistert! Wunderschöne Fotos, ihr scheint die Zeit wirklich in vollen Zügen zu genießen. 🙂 Wünsche euch auch weiterhin eine schöne Reise!

    Liebe Grüße,
    Jessica

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