Planet Cruiser.

Glück im Unglück. Oder. Achterbahn der Gefühle mit Zwangspause.

10.10. – 13.10.14 (Tag 26 – Tag 29)

Unser Tag startet toll. Wir fahren von der Campsite durch Puros, ein kleines Nest in the middle of nowhere mit ein paar Hütten, aber immerhin mit Handyempfang. Darüber werden wir später noch sehr froh sein. Es geht weiter in den Hoarusib River Richtung Canyon. Die Landschaft hier ist wirklich sensationell. Ein grünes Paradies mit erstaunlich vielen Wasserstellen in der extremen Trockenzeit.

kIMG_1556 kIMG_1557 kIMG_1502 kIMG_1549Für einige Durchfahrten an den Wasserstellen montiert Markus die GoPro statt an der Windschutzscheibe an der Stoßstange, um mal eine andere Perspektive zu filmen.

Kurz darauf sind wir schon von einer Herde von 7 Elefanten umgeben. Die meisten fressen sich genüsslich durch das satte Grün. Ein Mitglied der Herde ist etwas unentspannt und hat uns immer kritisch im Blick. Kurz darauf wissen wir auch warum. Sie hat ein Jungtier dabei, höchstens ein paar Wochen alt, aber mutig wie ein ganz ganz Großer. Er verfolgt ein nahes Safarifahrzeug, als ob er die ganze Herde retten müsste.

kIMG_1523kIMG_1506kIMG_1524 kIMG_1545 kIMG_1541 kIMG_1520Als wir nach den tollen Eindrücken ein Stück weiter die GoPro wieder an die Scheibe kleben wollen, stellen wir entsetzt fest, sie ist nicht mehr an der Stoßstange. Ganz toll, dass wir die letzten 40 schönen Videos nicht schon auf den PC überspielt haben. Niedergeschlagen drehen wir um und versuchen, in dem unwegsamen Gelände, umzingelt von Elefanten, die GoPro zu finden. Und als ob es nicht schon aussichtslos genug wäre, die Kamera überhaupt wiederzufinden, kommt auch noch ausgerechnet jetzt eine Gruppe von 12 Geländewagen daher. Super, einer der 48 Reifen macht die GoPro dann sowieso platt.

Aber….als wir das Safarifahrzeug von vorhin noch einmal treffen, streckt auf einmal der Fahrer die Hand in die Höhe und meint: „Hey Guys, is this your cam?“

Wir können es kaum glauben, wir sind so happy, wir haben die GoPro samt Videos doch wieder unversehrt erhalten. Ein Glückstag. Glauben wir bis jetzt zumindest!

Wir beobachten noch eine Weile die Wüstenelefanten, bevor wir den Hoarusib noch einige km weiter fahren. Bei einem seitlichen Abzweig aus dem Flussbett heraus (den wir wählen um dort eine kurze Mittagspause zu machen), bemerkt Tom beim langsamen Fahren, dass plötzlich unser Automatikgetriebe die Gänge nicht mehr richtig schaltet. Da wir eh eine kurze Rast einlegen wollten, nutzen wir diese Gelegenheit auch dazu, kurz den MUZ zu checken. Es fällt uns nichts Außergewöhnliches auf und wir vermuten, dass es einfach an den niedrigen Wasserdurchfahrten liegt. Zumal jetzt beim Losfahren wieder alles normal scheint.

Doch nach ca. 500 Metern, als wir wieder das Flussbett erreicht haben, tritt das Problem erneut auf. Wir stoppen erneut zwischen zwei Wasserdurchfahrten. Jetzt hören wir auch noch ein Geräusch, was sich nicht gut anhört. Alle Elektronikanzeigen, die Tom sowieso immer im Blick hat, zeigen nichts an. Nach dem Aussteigen stellen wir entsetzt fest, das eine rot-braune Flüssigkeit mit ordentlich Druck unten rausspritzt. Ach du liebe Scheiße, jetzt stehen wir mit defektem MUZ mitten im NICHTS – kein Handy- und kein Satelittentelefonempfang.

Wir vermuten gleich, dass es Getriebeöl mit Wasser ist und stellen dann auch fest, dass kein Wasser mehr im Kühler ist. Das wars dann wohl erstmal. Wie kann denn sowas passieren und die Bordinstrumente alles normal anzeigen? Wir sind total ratlos und echt verzweifelt, und stellen uns schon mal darauf ein, dass wir hier nächtigen müssen.

Doch nach ca. 45 min. ein „Lichtblick“. Es nähert sich ein Fahrzeug von hinten, fährt also Richtung Puros. Der Fahrer hält an und spricht uns auf Deutsch an. Er ist Tour-Guide und mit vier deutschen Touristen unterwegs. Da wir definitiv nicht mehr fahren können, fragen wir Uli – so heißt er – ob er versuchen kann, uns nach Puros auf die Campsite zu schleppen.
Da er an seinem Buschtaxi auch noch einen Anhänger hinten dran hat, hängen wir MUZ mit unserem Abschleppseil an den Anhänger und es geht los. Erstaunlicherweise geht es recht gut in dem unwegsamen Gelände.

Nach ca. einer Stunde erreichen wir wieder die Campsite und atmen tief durch. Zumindest haben wir hier Handyempfang. Erstmal müssen wir uns etwas sortieren und Markus schraubt schon mal die Panzerplatte am MUZ ab. Sofort ist zu sehen, dass das Verbindungsstück, welches den Getriebeölschlauch in den Kühler leitet, lose rumhängt und die ganze Pampe (Öl-Wasser-Gemisch) weiter raustropft. Noch denken wir, super, wir haben den Übeltäter gefunden und können das einfach so wieder reinschrauben.

Aber, leider geht dieser Plan so nicht auf, da das Gewinde kaputt ist. Uli meint, das sieht so aus, als ob da schon mal jemand rumgemacht hätte. Das ist auch unser Gedanke, denn wir sind ja nirgends dagegen gefahren bzw. angestoßen. Wir versuchen, mit einem Stück geschnitzten Holz, diese Öffnung vom Kühler dicht zu bekommen und leiten zusammen mit Uli den Ölschlauch wieder ohne Kühlung um. Doch der Kühler ist nicht dicht zu bekommen. So ein Scheiß!!! Außerdem wird es auch schon langsam dunkel.

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Am nächsten Morgen sehen wir ein paar Autos weiter entfernt auf einer anderen Campsite. Wir gehen hin und fragen, in welche Richtung sie weiterfahren und ob sie uns eventuell bis Sesfontein (120 km Offroadpiste) abschleppen können. Super, das ist ja eine Gruppe Schweizer, und Rolli, mit dem wir sprechen ist zudem auch noch vom Fach (Mechaniker). Sie fahren in eine andere Richtung weiter, aber er meint, er schaut sich unseren MUZ gleich mal an.

Nach einem kurzen Check von Rolli ist klar, da geht nix mehr! Kühler ist definitiv defekt und für das Getriebe sieht es auch nicht so gut aus, da man sehen kann, dass auch schon Wasser reingekommen ist. Na super, das sind ja ganz tolle Neuigkeiten. Jetzt stehen wir gerade in der letzten Ecke von Namibia, wo man wirklich keine Panne haben sollte. Zumindest nicht so eine, dass man abgeschleppt werden muß. Die nächste Werkstatt, die einen hier überhaupt abholt, ist Falkenberg in Kamanjab (340 km). Wir rufen dort an und sind über den Preis für das Abschleppen wirklich geschockt. Dass die teuer sind, wußten wir, da sie ja eine Art Monopolstellung hier oben in Namibia haben. Aber 30.000 Namibia Dollar (ca. 2.300 EUR) ist schon ein Haufen Asche!

Wir sprechen nochmal mit Rolli, und er stellt uns einen Kontakt mit seiner bevorzugten Werkstatt in Outjo her. Erfreulicherweise bestätigt uns diese „Weimann`s – Garage“ die Abholung mit einem Pick- Up samt Anhänger hier in Puros für deutlich weniger Geld. Allerdings erst am Montag, da ja heute Samstag ist und am Wochenende nix geht.

Das ist jetzt endlich mal wieder ein kleiner Lichtblick nach den ganzen negativen Nachrichten zuvor. Wir fühlen uns schon besser und vertreiben uns die verbleibende Zeit unter anderem mit Wäschewaschen, Blog schreiben und dem Besuch eines Himba-Dorfes.

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